Ich bin nun mitte 40 und mache mir immer mehr Gedanken darüber, weshalb ich immer Depressionen habe (Neurose), trotz Antidepressiva und jahrelanger Psychotherapien mit verschiedenen Ärzten und Psychologen. Dazu kommt noch ein RLS Syndrom, das Stechen in den Fersen in Ruheposition, also im Bett dazu eben die unruhigen Beine. Gegen Narkolepsie muss ich dann tagsüber Medikamente nehmen, damit ich überhaupt aus dem Bett komme; kann nur noch sehr reduziert arbeiten, wegen quälender Müdigkeit und völlige Antriebslosigkeit - habe schon mehrere Male mich im Fitnessstudio eingeschrieben, Coaches angeheuert, aber es dauert nicht lange und ich kann nicht mehr ... da kein befriedigendes Resultat vorhanden; Frustration beim Vergleichen, die allgegenwärtige Werbung vom perfekten Körper, die vielen Erfolgsgeschichten, der Gruppendruck - die Angst zu versagen, nicht akzeptiert zu werden, kurz - sich in einer anderen Welt zu befinden als unsere Gesellschaft treibt in Einsamkeit, Rückzug und Isolation.
Damit ich mich einige Momente während des Tages etwas besser fühle, sollte ich Sport treiben, aber mir fehlt jeglicher Antrieb dazu - wenn Dunkelheit einbricht, also bei Sonnenuntergang, werden die Depressionen noch schlimmer und ich bin nun ein richtiger Stubenhocker geworden, da ich nicht mehr getraue, nach draussen zu gehen.
Ich habe nun schon die verrücktesten Ideen, wie ich diese immerwährende Bedrücktheit bekämpen könnte - wie z. B. ein Drillcamp mit physischer Belastung ähnlich wie in der Armee. Für Anregungen und Ratschläge bin ich sehr dankbar.
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10.02.2012 00:02 #1Foren-Novize
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Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
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10.02.2012 13:42 #2Goldene MensHealth.de-Feder
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
Hey,
deine Ideen sind Unsinn. Kein Drillcamp wird dir einprügeln können deine Ängste loszuwerden, wenn du sie nicht akzeptierst und gegen sie angehst. Zunächst mal ist es wichtig die Ursache deiner Erkrankung kennst -gab es traumatische Erlebnisse aus denen deine Krankheit entstanden ist?
Und kein Arzt wird dir helfen können, wenn du dein Problem nicht selber angeht. Ein Arzt kann dir nur den Weg zeigen, dich aber nicht heilen.
Du befindest dich in einer Spirale aus Selbstmitleid und da musst du rauskommen. Geh es an, fang an. Du tust es für dich und nicht für andere. Natürlich wirst du nicht in kurzer Zeit deinen Traumkörper haben, aber du kannst es schaffen, wenn du mit Selbstdiziplin und Ergeiz an die Sache gehst. Ja, das mag jetzt alles furchtbar einfach klingen, aber das, was du machst ist pure Feigheit. Du ziehst dich in die Isolation zurück, weil du aufgibst und genau das darfst du eben nicht tun. Mach dir das jeden Tag, am Besten mehrmals täglich klar. Fange an dich so zu akzeptieren wie du bist. Und arbeite daran, die Dinge, die dir noch nicht passen, auszumerzen.
Autogenes Training beispielsweise könnte dir helfen, (Selbst-)hypnose ist personenabhängig möglich. Wichtig ist, dass du anfängst dich zu akzeptieren, weil nur das dir eine Grundlage für Selbstbewusstsein geben kann. Wenn du das nicht schaffst, wirst du deine körperlichen Probleme nie bekämpfen können. Rede mit den Ärzten was Medikamente angeht... ich bezweifle, dass sie dir nach so langer Zeit wirklich etwas bringen. Lass stattdessen mal deine Testosteronwerte testen, theoretisch kann Antriebslosikeit auch daher kommen.
Liebe Grüße
machiavelli"Es gibt kein anderes Mittel, sich vor Schmeichelei zu hüten als daß die Menschen einsehen, daß sie dich nicht beleidigen, wenn sie dir die Wahrheit sagen."
-Niccoló Machiavelli
Die Menschen beurteilen die Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist.
-Niccoló Machiavelli
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10.02.2012 14:19 #3Foren-Novize
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
Hallo Machiavelli,
vielen Dank für deine Antwort - ohne mich bemitleiden zu wollen, es gab traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit, die habe ich schon mehrmals während Therapien aufarbeiten wollen. Persönlich bin ich zum Schluss gekommen, dass ich nicht mehr in der Vergangenheit herumstochern sollte.
Das Problem ist, dass die immerwährende Bedrücktheit so sehr wiegt, dass ich gar nicht mehr Kraft habe, dagegen zu kämpfen. In der Tat, meine Testosteronwerte sind niedrig, aber der Arzt will nichts unternehmen. Dazu kommt noch, dass ein Mangel an Vitamin B12 festgestellt wurde, d.h. der Körper kann dieses Vitamin B12 nicht mehr aufnehmen, sodass ich nun mit Injektionen beginnen muss, und dann das alle 3 Wochen.
Kurz, wenn man in einer Depression (Neurose) sich befindet, ist es so, dass man nicht mehr "wollen" kann.
LG
Rudolf
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10.02.2012 14:32 #4Goldene MensHealth.de-Feder
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
Ja, ich weiß.
Aber es bringt nichts, wenn dir deine Medikamente nichts nutzen. Warum kriegst du keine Testosterontherapie, wenn deine Testosteronwerte so niedrig sind? Hast du deinen Arzt mal darauf angesprochen?
Das mit der Vergangenheit ist so eine Sache... du kannst nicht einen Schalter umlegen und auf einmal anders funktionieren. Du kannst deine Vergangenheit akzeptieren, aber musst mit ihr jetzt leben können..."Es gibt kein anderes Mittel, sich vor Schmeichelei zu hüten als daß die Menschen einsehen, daß sie dich nicht beleidigen, wenn sie dir die Wahrheit sagen."
-Niccoló Machiavelli
Die Menschen beurteilen die Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, wie du zu sein scheinst, wenige fühlen heraus, wie du bist.
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12.02.2012 11:55 #5Bronzene MensHealth.de-Feder
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
Hier handelt es sich mit um einen schweren Fall, der in einem Forum nicht behandelt werden kann. Du brauchst eine kombinierte Psychotherapie mit tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen mit begleitender Medikation durch einen Psychiater.
Sicherlich ist jeder Rat, der hier gegeben wurde gut, aber bei einem chronischen Fall kann kein Rat befolgt werden, weil dazu jeder Antrieb fehlt.
Dein Ansatz, Dauerbelastung des Körpers zu suchen ist sicherlich gut.
Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben.Worte bewegen!
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12.02.2012 13:02 #6Foren-Novize
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
@Seebär - vielen Dank für deine Antwort, ich wusste schon, dass mir niemand eine Lösung präsentieren kann, aber in der Hoffnung, eventuell Ratschläge von Betroffenen zu erhalten, habe ich dieses Thema trotzdem angesprochen. Umsomehr ich auch schon jahrelange Therapien hinter mir habe und die Ärzte mich auch schon fast aufgegeben haben, was medikamentöse Behandlung anbelangt. Leider wird hier dann auch im Forum der Eindruck erweckt, das Hauptproblem liege an meinem Selbstmitleid, was aber eher als Verzweiflung zu betrachten ist, da ich ja gerne etwas ändern möchte an der Situation.
Vielen Dank
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12.02.2012 14:17 #7Bronzene MensHealth.de-Feder
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
Nein, bei einer manifestierten Depression von "Selbstmitleid" zu sprechen ist eindeutig falsch. Das solltest Du aus diesem Forum nicht mitnehmen. Es sind schon einige Ratschläge dabei, die (Rat)Schläge sind (Feigheit und Selbstmitleid), aber die sind von Menschen geschrieben, die meinen, dass sie dadurch Anreize setzen können. Sicherlich gut gemeint, aber in diesem Fall nicht wirksam.
Mir fällt auf, dass Du deine Lebensplanung immer sehr hoch ansetzt (Traumkörper), aber dann von Dir selber enttäuscht bist, dass Du nicht annähernd etwas auf die Beine kriegst.
Mache kleine Schritte. Nimm Dir nicht soviel vor!
Du hast schon den richtigen Ansatz ausgesprochen: Bewegung!
Gehe jeden Tag flott spazieren, fange an und steigere Dich auf 1 Stunde pro Tag.
Gehen stimmt positiv, alles kommt auf Dich zu, das was Dich verlässt liegt hinter Dir. Die körperliche Anspannung lässt nach.
Wenn Du das ein halbes Jahr gemacht hast, dann gehe in eine therapeutische Muckibude, in Köln etwa UniReha in der Josef-Stelzmann-Str. Sowas gibts auch in anderen Städten. Baue Muskeln auf, das geht auf Krankenschein. Lerne auf Crosstrainer und Band Laufen. Ausdauertraining.
Und sei nicht so streng mit Dir, wenn Du zwischendurch versagst.
Hauptsache, Du kommst nach einiger Zeit immer wieder auf die Beine!Worte bewegen!
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13.02.2012 13:46 #8Foren-Novize
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AW: Depressionen seit früher Kindheit - kein Medikament und keine Therapie hilft
@Seebär - vielen Dank für deine Ratschläge; da ich in der Schweiz wohne, sind mir diese Möglichkeiten mit der therapeutischen Muckibude leider nicht angeboten, da wir bei uns eine Zusatzversicherung abschliessen müssen, ich diese nicht habe und auch nicht mehr abschliessen kann, da ich als Risikofaktor gelte.
Das mit dem Spazieren ist eine gute Idee, nur leide ich an dem Tarsaltunnelsyndrom, Schmerzen, die im Bereich des Innenknöchels ausgelöst werden, die dann im Ruhezustand, also nachts in die Fersen ausstrahlen. Dieses brennende, stechende und kribbelnde Gefühl dauert dann an; auch Schlafmittel helfen da nicht, was dann bedeutet, dass ich morgens völlig erschöpft erwache. Das ist jede Nacht so, aber noch viel intensiver, wenn ich Sport treibe, wie z.B. Badminton oder eben lange Spaziergänge mache. Ich trage Einlagen, die während des Tages zwar hilfreich sind, aber nachts dann keinen Effekt der Schmerzlinderung zeigen. Kortisonspritzen wurden mir schon 2-mal verabreicht, dann hatte ich während 3 Wochen keine Schmerzen mehr, die dann aber wieder auftauchten. Werde nochmals zum Facharzt gehen und über einen möglichen chirurgischen Eingriff diskutieren.
Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit dieser Krankheit ?
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