PRIVAT

Privat – das scheint heute fast schon ein Wort aus der Vergangenheit zu sein. Kaum noch passend in Zeiten, in denen alles auf Facebook gepostet wird, vom Lieblingskochrezept bis zum aktuellen Beziehungsstatus. Exhibitionismus, Selbstenthüllung, Erzähllust, Zeigefreude und Voyeurismus sind die sozialen Strategien unserer Zeit, in der scheinbar längst ein Strukturwandel der Öffentlichkeit stattgefunden hat. In der zeitgenössischen Kunst spiegeln Fotografien, Polaroids, Handyfotos, Objekte, Installationen und Filme häusliche Szenen und persönliche Geheimnisse. Vertrautes und Intimes wird ins Bild gesetzt.

Anhand zahlreicher zeitgenössischer Positionen geht die SCHIRN Galerie dem Thema der schwindenden Privatsphäre und dieser „Öffentlichkeit des Intimen“ nach. Ein benutzter Slip auf dem Bett, peinliche Handyfotos im Netz, 10.000 Pornos auf einmal: Die Ausstellung „Privat“ in Frankfurt zeigt mit nackten Tatsachen, wie wir uns immer mehr entblößen. Doch irgendwann sind alle Hüllen gefallen. Und dann? Verlieren wir vielleicht die Lust daran.

Bis dahin bin ich allerdings gespannt auf Tracey Emins „My Bed“ (mittlerweile Saatchi Eigentum). Die berühmte Installation ist in Frankfurt mit dabei und vielleicht schaffe ich’s vorbei zu schauen.

Gruß,
Euer Uwe



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