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Unentschlossen im Parteien-Shop: Frauen gehen nicht wählen

20. Feb 2013

Autor: Jens Clasen (Beiträge anzeigen)
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Darf ich mal was Politisches sagen? Viele Frauen gehen nicht zur Bundestagswahl. Und noch mehr Frauen gehören zu den so genannten “Unentschlossenen”, die noch nicht wissen, ob und für wen sie am Wahltag ihre Stimme abgeben. Schon die Nichtwähler sind leicht überproportional weiblich. Bei den Unentschlossenen jedoch – also denjenigen, die sich tendenziell bei der nächsten Wahl enthalten – sind die Frauen einer neuen Forsa-Studie zufolge deutlich in der Mehrheit, nämlich bei 61 Prozent (unentschlossene Männer: 39 Prozent).

Verdammte Axt. Da geht mir echt der Hut hoch. Wie wollen die Frauen denn je ihre edlen und wichtigen Ziele erreichen, wenn sie noch nicht einmal zur Wahl gehen? Wie sollen deren gesellschaftliche Forderungen ernst genommen werden, wenn sie noch nicht einmal ihr basalstes politisches Potenzial mobilisieren können, nämlich die Wahlberechtigten? Alle reden, nein: KREISCHEN was von dem Mangel an Gleichstellung der Frau hier, Diskriminierung da, mehr Rechte dort drüben – und dann nehmen sie das älteste aller politischen Mitbestimmungsrechte nicht wahr! Oder sie vertagen die dazugehörige Entscheidung, bis die Wahl zu so etwas wird wie ein spontaner Lustkauf im Schuhgeschäft.

Ja, es ist jedes Menschen Recht, sich nicht an der politischen Willensbildung zu beteiligen – und: Ja, auch Männern, die nicht wählen gehen, kann man zu dieser Entscheidung nicht gratulieren. Aber gut: Es geht bei Rechten immer mehr um die Möglichkeit, etwas tun zu dürfen als um die Verpflichtung, es dann auch wirklich zu tun. Niemand kann zur Wahl gezwungen werden. (Wobei die Australier oder die Brasilianer damit ganz gut fahren.) Aber gerade im Bereich der gesellschaftlich relevanten Entscheidungen, an denen Frauen so dringend beteiligt sein wollen, wäre doch ein bisschen mehr Einsatz gefragt. Es einfach nur fair und auch ein bisschen schick finden, irgendwie mitmachen zu dürfen – das ist doch Eiertänzeln. Da wird die Partei zur Party.

Was war das für ein Kampf um das Wahlrecht der Frau! Was waren das für coole, tapfere Frauen, die wirklich wussten, worum es ging! Da wurde berechtigterweise mit großer Empörung geschrien und argumentiert – ironischerweise in etwa so wie heute für die Frauenquote. Nur dass es Frauen heutzutage gar nicht verboten ist, in den Aufsichtsrat eines Unternehmens einzuziehen. Es kommt nur kaum eine hinein. Natürlich weil die Männer sie nicht lassen. Oh-Oh! Männer-Schuld-Alarm! Lassen die Männer die Frauen vielleicht auch nicht zur Wahl gehen? Ja, klar, weil: Es sind ja Männer, die das Tagesprogramm von Kabel 1 und RTL 2 gestalten, was sicherlich viele unentschlossene Wählerinnen davon abhält, wählen zu gehen. “Och, nee, doofe Wahl, isch guck lieber Frauentausch und ess Erdbeerkäse!” Ja, Mahlzeit!

Und überhaupt: Was heißt denn diese Umfrage für die demnächst wohl anstehende Frauenquote in den Aufsichtsräten? Kommen die Damen dann auch einfach nicht mehr in die Aufsichtsratssitzung, wenn sie keine Lust mehr haben? Weil es ja einfach nur fair und auch ein bisschen schick ist, irgendwie mitmachen zu dürfen – aber doch auch ziemlich dröge und anstrengend? So, all die Zahlen und die dickmachenden Sandwich-Häppchen? Auweia! Da sehe ich schwere Zeiten auf uns zukommen. Ich weiß, dass das schwer möglich ist – aber ich wäre jedenfalls dafür, die quotierten Aufsichtsrätinnen nur aus den 39 Prozent Frauen zu rekrutieren, die zur Bundestagswahl gehen.

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