Jetzt am Kiosk
E-Mag

Ein Blog aus dem Männerleben

alle Blogs

Die perfekte Mutter für Ihre Kinder denkt, sie wäre nicht perfekt genug

17. Dez 2012

Autor: Jens Clasen (Beiträge anzeigen)
Trackback

Schlagwörter: , , , , , , ,
Facebook Twitter

Sie glauben, Sie haben die perfekte Mutter für Ihre Kinder gefunden? Vorsicht, da könnten Sie sich täuschen. Heute las ich diesen Satz: “Berufstätige Frauen entscheiden sich aus Angst, keine gute Mutter zu sein, im Zweifel gegen ein Kind.” Da sind die Kinder sicherlich überaus dankbar, die deswegen nicht auf die Welt kommen, was? Denn es ist ja viel besser, gar nicht geboren zu sein, als eine Mutter zu haben, die mal länger als bis fünf Uhr arbeitet, oder?

Jaja, die “beste Mutti von der Welt”. Alle, die den Titel wollen, haben nach Fukushima jedes Kinder-Bio-Essen im Kindergarten noch selbsttätig mit dem Geigerzähler auf strahlende Pilze untersucht, feilschen um jede Stunde Kantonesisch-Unterricht für Dreijährige, fordern nach jedem Rumgeschubse unter 5-Jährigen ein Anti-Aggressions-Training mit “so Yoga-Elementen”. Und jetzt zweifeln viele, ob das alles so richtig ist. Den Stress will sich zusätzlich zu einem Vollzeitberuf niemand antun. Dann schon lieber keine Kinder.

Ich frage: Warum lassen sie statt der Babys nicht einfach den Ehrgeiz weg, perfekt sein zu wollen? Denn letztlich ist Elternsein ohnehin ein ewiges, unbefriedigendes Learning-by-doing. Da ist nix mit perfekt. Die “beste Mutti von der Welt” behält ihren Titel immer nur höchstens fünf Minuten, bis der erbettelte Keks aufgegessen ist – und der nächste Streit ansteht. Und selbst, wenn mal alles super läuft – Kinder machen auch Vorwürfe, wenn die Eltern nichts falsch machen. Egal, was wir tun, am Ende des Tages werden wir mindestens drei Mal “Blöder Papa” und “Blöde Mama” gewesen sein.

Aber das ist natürlich rhetorisches Anrennen gegen seelische Windmühlen. Keine Angst ist so groß wie die der jungen Mutter vor dem Versagen. Nichts wäre so schlimm wie der Vorwurf, als Eltern etwas falsch gemacht zu haben. Dann schon lieber keine Kinder. Was aber im Endeffekt heißt: Lieber als Art aussterben als sich der eigenen Fehlbarkeit stellen müssen.

Klar, ich als Vater mit Vollzeitjob habe gut reden – aber 2-mal 7 Monate Elternzeit geben mir wohl ein gewisses Mitspracherecht. Vielleicht haben wir “jungen Väter” es da auch leichter, weil wir uns vom bösen Ende der Eltern-Bewertungsskala wieder in Richtung Familie bewegen, also quasi vom späten Feierabend zum frühen zurückkämpfen. Weil wir uns den Vorwurf, schlechte Väter zu sein, viel öfter anhören mussten. Wir halten das vielleicht besser aus, nicht-perfekte Väter zu sein. Ich tue trotzdem alles mir Mögliche, um meiner Frau Karriere plus Kinder zu ermöglichen, indem ich etwa jeden Morgen die Kleinen versorge und zum Kindergarten bringe. Und ich bin fast jeden Tag der “blöde Papa”. Das sollten wir alle aushalten können.

Diesen Artikel Bookmarken bei: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • Bloglines
  • Blogosphere News
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • TwitThis
  • email
  • Live-MSN
  • Print


Mehr zu JensHealth
» Neues Sex-Symbol entdeckt: Männer in Socken-Sandalen-Kombi!
» Sind putzende Männer putzig, nur weil viele Frauen sich lieber in ein gemachtes Bett legen wollen?
» Wer von Ihnen braucht einen "Sexiest Man Alive"? Meinen können Sie haben.
» 2013 ist kein gutes Jahr zum Verlieben - also greifen Sie lieber 2012 noch zu!
» Die Wahrheit ist: Weltfrauentag war gestern

Weitere Blogs