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Wer ist der beste Boxer?
Ring frei für die neue Men’s-Health-Challenge! Diesmal geht’s Schlag auf Schlag. Denn die MH-Mitarbeiter haben sich 8 Wochen knallhartes Boxtraining verordnet. Ihre Tief- und Rückschläge gibt’s hier im Men’s Health Box-Blog
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Wer ist der beste Boxer? - 29. Mai 2009
Ich bin ein Weichei – oder nicht?
Eintrag von Arndt: "Ach, Herr Arndt, Sie sind so ein lieber Junge, Sie können sicher keiner Fliege was zu Leide tun." Tja, hätte ich mal auf die gute Frau Glowatsch gehör
MEHREintrag von Arndt: "Ach, Herr Arndt, Sie sind so ein lieber Junge, Sie können sicher keiner Fliege was zu Leide tun." Tja, hätte ich mal auf die gute Frau Glowatsch gehört. Die damals 74-Jährige Rentnerin, die ich während meines Zivildienstes betreute, schien schon vor mehr als 10 Jahren erkannt zu haben, dass ich ein nettes, zuvorkommendes, gut zuhörendes und durchweg braves Kerlchen bin. Oder aber, aus einem etwas anderen Blickwinkel: ein Lutscher, Weichei, ‘ne Memme, ein Mädchen. Tja, und was hat so ein Schlaffi im Boxring zu suchen? Richtig, gar nix! Denn während sich meine Kollegen allesamt wie Testosteron-geschwängerte Zuchtbullen in das Sparring mit Coach Tim stürzten, zog ich Waschlappen das Kontrastprogramm vor: Schmollmund formen, ein leises "Ach nöööö, lieber nicht" flüstern und stattdessen lieber noch eine Runde Gummi-Twist, äh, Seilspringen.
Jetzt, da die Box-Challenge vorbei ist, frage ich mich: Warum habe ich überhaupt teilgenommen, wenn ich eh null Ambitionen habe, anderen aufs Maul zu geben? Die Antwort: Ich habe durch das vielseitige Training flinke Beine bekommen, mit denen ich 1. schneller weglaufen kann und 2. flotter die 4 Stockwerke zu Frau Glowatsch hoch komme – um mir gemeinsam mit ihr die "Bauer Brumme, ein Mann verzückt das Zillertal"-Trilogie anzuschauen. Weichei bleibt halt Weichei!
Euer Arndt
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Wer ist der beste Boxer? - 26. Mai 2009
2 Tipps, um in den Ring zu kommen
Eintrag von Jens: Täglich kassieren wir hier Schläge, die Boxsäcke kloppen mit aller Wucht auf unsere Fäuste ein – und wir haben es verdient.
MEHREintrag von Jens: Täglich kassieren wir hier Schläge, die Boxsäcke kloppen mit aller Wucht auf unsere Fäuste ein – und wir haben es verdient. Der Grund: Mangel an Eleganz.
Nein, damit meine ich nicht die Beinarbeit meiner Mitstreiter. Auch die Schlagführung sieht mittlerweile nach Boxen aus. Aber alles, was wir uns am Sandsack in Sachen Grazie an Lorbeeren verdienen, machen wir im nächsten Moment zunichte. In dem Moment, da der Trainer uns zum Sparring in den Ring beordert. Klar, wenn der Coach Jagd auf uns macht, sehen wir alle schlecht aus. Aber das Handtuch der Eleganz fällt schon früher, nämlich wenn wir in den Ring klettern.
Das ist ein Hängen und Würgen, ein Hochstemmen und Hineinrollen, dass es nur so eine Art hat. Nicht wie Boxer sehen wir aus, sondern wie deren sandgefüllte Sackgenossen. Gut, ein Champion kommt über eine Treppe in den Ring, die haben wir nicht. Aber so werden wir die auch nie bekommen.
Darum hier zwei Tipps vom Trainer, wie der Ring zu besteigen ist:
1. Mit dem Rücken zum Ring mit dem Hintern auf die Kante setzen, Beine seitlich nachziehen und über das untere Seil klettern. Dabei stets den Kopf hoch halten und den Gegner im Blick.
2. Vorwärts mit einem Knie auf die Kante springen, zweites Bein nachziehen und zwischen zweitem und dritten Seil durchschlüpfen.
Wie man da wieder rauskommt? Darüber macht euch mal keine Gedanken. Ihr werdet in jedem Falle getragen. Entweder als K.O.-Opfer auf einer Trage – oder als Champion, auf den Händen euer Fans. Dann gibt’s beim nächsten Mal auch eine Treppe…
Euer Jens
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Wer ist der beste Boxer? - 22. Mai 2009
Keine Schlagkombination ohne “Hub! Hub!”
Eintrag von Marco Demuth: Im Elektronikfachmarkt ist es mir Anfang der Woche wieder passiert. Dabei habe ich lediglich nach einem USB-Verteiler für mein Notebook gefragt.
MEHREintrag von Marco Demuth: Im Elektronikfachmarkt ist es mir Anfang der Woche wieder passiert. Dabei habe ich lediglich nach einem USB-Verteiler für mein Notebook gefragt. Die Verkäuferin sagte nur etwas schlecht gelaunt: „Einen USB-Hub?“ – und schon war‘s zu spät: Da stand ich schon in Boxposition und drosch eine Links-Rechts-Kombination in die Luft. Hub! Hub! Dazu muss ich erklären, dass unser Trainer Tim, wie ja bereits von mehreren meiner Mitboxer festgestellt, kein Mann der vielen Worte ist. Boxschläge verbalisiert er sehr gerne mit dem Ausruf „Hub! Hub! (ausgesprochen ungefähr „happ happ“). Oder bei einer doppelten Links-Rechts-Kombination: „Hub HUB! Hub HUB!“ Wobei Betonung und Schlagpower auf dem zweiten „Hub“ liegen.
Wenn ich also mal wieder wie eine dänische Dogge auf den Boxsack einpaddel, gibt’s statt langatmiger Schlaganalyse ein eindeutiges „Hub hub!“ ins Ohr. Am Anfang habe ich immer „Hab, hab“ verstanden. Aber nach meinem genervten „Mensch, was HAB ich denn?“ hat Tim mich aufgeklärt. Denn das Ganze ist gar nicht so albern, wie es klingt. Das „Hub! Hub!“ zwingt mich beim Schlagen auszuatmen, was wiederum mehr Wumm hinter meine Faust bringt. Ein derartiges Hintergrundwissen hatte die Verkäuferin im Elektronikmarkt nicht. Sie meinte nur: „Ich glaub, der hat sie nicht alle!“ „Hub“ ich eben doch – aber da war sie schon hinter dem Regal mit den Steckdosenleisten verschwunden .
Euer Marco
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Wer ist der beste Boxer? - 19. Mai 2009
Eins, zwei, drei, … Ich mache mal wieder Liegestütze!
Eintrag von Marco Krahl: Eins, zwei, drei, … Ich mache mal wieder Liegestütze!
MEHREintrag von Marco Krahl: Eins, zwei, drei, … Ich mache mal wieder Liegestütze! … vier, fünf, sechs …Eine Minute lang, immer im Wechsel mit einem Trainingspartner. Heute ist es Markus, der gerade vor mir seine Liegestütze absolviert hat und jetzt kurzatmig meine Versuche zählt: … sieben, acht, neun, … Der Schweiß rinnt von meiner Stirn und läuft mir – da mich Mutter Natur nicht mit Theo-Waigel-Augenbrauen bedacht hat – in meine Augen.
… zehn, elf, zwölf …Ui, wie der Schweiß brennt! Der Höhepunkt jeder vollbrachten Liegestütze ist, dass ich Nase und Kinn in eine Schweißlache auf dem Holzboden tauche. … dreizehn (pitsch!), vierzehn (patsch!), fünfzehn (platsch!) … Das Problem: Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass der kleine See vor mir, nicht zu hundert Prozent von mir stammt. Da hat sicher auch der Markus seinen Anteil dran. …sechzehn, siebzehn, achtzehn … Und nicht nur der! Denn vor uns haben genau an dieser Stelle schon Björn und Jan geschuftet … neunzehn, zwanzig, einundzwanzig … und davor Heiko und Thomas … zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig … und davor Arndt und Rufus … fünfundzwanzig, sechundzwanzig, siiiiiiiebenundzwanzig…“ Noch zehn Sekunden, noch mal alles“, brüllt unser Trainer. …
ahhh…ahhh…ahhhchtundzwanzig, neunuuuundzwanzig, neunundzwanzigeinhalb … „Zeit um“, ruft unser Trainer. Meine Arme und Beine brechen ein, mein Kopf schlägt unsanft auf den Boden, genau in die Markus-Björn-Jan-Heiko-Thomas-Arndt-Rufus-Schweißlache. Man weiß, dass man alles beim Training gegeben hat, wenn einem selbst dieser Zustand egal ist.
Euer Marco
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Wer ist der beste Boxer? - 18. Mai 2009
Die härteste Einheit meines Lebens
Eintrag von Rufus: Seit heute weiß ich wie Ex-US-Präsidentschaftskandidat John McCain sich fühlt.
MEHREintrag von Rufus: Seit heute weiß ich wie Ex-US-Präsidentschaftskandidat John McCain sich fühlt. Er kann beide Arme nicht über Schulterhöhe heben und kann sich beispielsweise nicht selbst rasieren. Folterknechte im Vietnamkrieg haben ihn so lange gequält, dass seine Armbrüche nicht richtig verheilen konnten.
Ich kann meine Arme nur noch auf Computertastaturhöhe baumeln lassen. Der Folterknecht, der mich so zugerichtet hat, heißt Tim. Er hat uns erst 10 Sekunden auf den Boxsack hauen lassen, dann 10 Sekunden Liegestützen machen lassen, dann 20 Sekunden Boxsack, dann 20 Sekunden Liegestütze, und so weiter. Bis 60 Sekunden. Alles ohne Pause, und alles mit maximalem Tempo. Die Erschöpfung ist unvorstellbar, wenn man sie nicht selbst erfahren hat. (Auch wenn sich die Übung ziemlich simpel anhört.) Auf dem Parkettboden des Zanshin Dojo in Hamburg-Bahrenfeld bildeten sich Pfützen von Schweiß. Zum Schluss krabbelten wir auf den Knien in die Umkleidekabine.
Wir können schlecht vor dem Internationalen Gerichtshof klagen, denn wir haben uns diese Folter selbst ausgesucht. Ansonsten hätten wir aber allen Grund dazu. Dennoch liebe ich diese Folter. Nie zuvor habe ich nach einer Trainingseinheit eine so tiefe muskuläre und geistige Befriedigung empfunden wie beim Boxen. Da ist es mir vollkommen gleich, ob ich mich morgen früh noch eigenhändig rasieren kann oder nicht.
Euer Rufus
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Wer ist der beste Boxer? - 14. Mai 2009
Wer ist bloß dieser Kerl im Spiegel?
Eintrag von Heiko: Wer ist bloß dieser Kerl da, den ich aus den Augenwinkeln im Spiegel sehe, der seine Schläge zu langsam platziert?
MEHREintrag von Heiko: Wer ist bloß dieser Kerl da, den ich aus den Augenwinkeln im Spiegel sehe, der seine Schläge zu langsam platziert? Oh, das bin ja ich! Verdammt. Ich glaube, dass ich die Geschwindigkeitsproblematik nicht mehr so richtig aus mir herausbekommen werde in der verbleibenden Zeit. Auf der anderen Seite merke ich, wie ich in der Technik besser werde – ich einfach mehr und mehr begreife, was Boxen ist.
Es macht Spaß diese "Ach so funktioniert das"-Momente zu haben. Aber um in den Ring zu steigen und loszulegen mit dem Boxen, davon bin ich doch noch meilenweit entfernt. Dazu braucht’s noch Training, Training, Training.
Also stehe ich vor den Boxsäcken unserer Trainingshalle und übe unter anderem die Haken. Haken sind nicht einfach, und während ich schlage, weiß ich schon, was wieder falsch gelaufen ist: Der Schritt zur Seite wurde nicht richtig gemacht, weswegen man plötzlich fast in den Sandsack hineinfällt – es wurde mit dem Arm ausgeholt und der Schritt rückwärts ist eher ein Schlurfen als ein Schritt. Dafür klappen die anderen Schläge echt gut, was auch unser Trainer zufrieden bemerkte. Alles Übungssache. Auch meine Geschwindigkeit würde sich wohl mit der Zeit steigern, aber in unserer Zeit …
Euer Heiko
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Wer ist der beste Boxer? - 12. Mai 2009
6 Gründe, um mit dem Boxen weiter zu machen
Eintrag von Björn: 6 Gründe warum ich auch nach der Challenge mit dem Boxen weiter mache
MEHREintrag von Björn: 6 Gründe warum ich auch nach der Challenge mit dem Boxen weiter mache
1. Ganz ehrlich: Bisher habe ich Konditionstraining gehasst. Bis jetzt, denn noch nie war die Schinderei für die Pumpe so abwechslungsreich wie das Boxtraining. Crunches und Liegstütze, Springseil und Dauerlauf im Ring, Schlagkombinationen und Boxbirne – das alles auf Zeit und immer soviel wie eben geht. Ich komme immer an meine Grenzen und möchte mich danach am liebsten übergeben. Und trotzdem macht’s Spaß
2. Ich lerne (noch) disziplinierter zu werden. Und die Motivation dafür liegt auf der Hand, oder besser: an der Hand. Denn: „Was du im Training nicht lernst, dass bekommst du im Ring auf die Fresse“, erklärt Trainer Tim
3. Selbst als friedliebender Mensch stauen sich Aggressionen an – bei der Arbeit, weil der Chef kurz vor Feierabend noch was von einem will. Im Verkehr, weil dieser blöde Autofahrer vor einem nicht weiß, dass rechts das Pedal sitzt, das Krach macht. Nach dem Verkehr, weil der Sex schon wieder so schnell vorbei ist. Wer aber regelmäßig in den Sack haut, ist einfach viel ausgeglichener. Versprochen.
4. Der Bewegungsablauf wird geschmeidiger, man wird gelenkiger. Und das hilft mir vom Kicken bis zum … – na, Sie wissen schon.
5. Ich habe einem Kumpel einen Monat Sparring geschenkt. Denn nicht ist besser, um eine Freundschaft zu festigen. Wann haut man sich denn schon gegenseitig auf die Mütze und geht danach ein Bierchen trinken.
6. Ich will mich auch weiterhin auf gefährliche Situationen vorbereiten. Sollte es nämlich beim Bierchen an der Theke mal Probleme geben, wäre ich perfekt auf schlagkräftige Hünen vorbereitet – ich hätte endlich genug Kondition, um ganz schnell das Weite zu suchen.
Euer Björn
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Wer ist der beste Boxer? - 08. Mai 2009
Eintrag von Jan Mötting (stellv. Art-Director): Die Lichter gehen aus, die Spots an. Raunen im Saal. In der Mitte des Rings steht ein einzelner Mann.
MEHREintrag von Jan Mötting (stellv. Art-Director): Die Lichter gehen aus, die Spots an. Raunen im Saal. In der Mitte des Rings steht ein einzelner Mann. Michael Buffer hebt den Kopf, das Mikro und den Zettel auf dem die Namen der beiden Boxer stehen, die er gleich verkünden wird. Der Name des Herausforderers, mein Name, wird der erste sein. Michael hebt an "Ladies and Gentleman! Let us proceed with tonight’s final event! In the right corner, on his debut appearance, wearing blue and white trunks, from Hamburg/Germany, Jan ‘The…’"
Ich zucke zusammen und mir wird schlagartig klar, was eines der wichtigsten Dinge im Boxen ist. Was ist allgegenwärtig, verbreitet Angst und Schrecken, lähmt den Gegner, elektrisiert die Massen, hebt Stärken hervor, kaschiert die Schwächen und macht den eigentlichen Fight zum Selbstläufer? Natürlich: der Kampfname! Und ich? Ich habe keinen! So wird das nix mit mir und Michael Buffer.
Es geht um die Verkaufe, als ausgebildeter Kommunikationsdesigner weiß ich das natürlich. Der Kampfname ist ein wichtiger Bestandteil der eigenen Positionierung, der Personal Identity. Diese Markenidentität beruht auf einem Kern (Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?). Davon ausgehend sind weitere Einzelteile (eine Vision, ein Versprechen, ein Alleinstellungsmerkmal, etc) zu einer Strategie entwickelt, so dass sich alles zu einem homogenen Gesamtbild fügt. Führt zu weit, wird aber verständlich, wenn man sich ein Beispiel ansieht und kurz analysiert:
"Dr. Steelhammer" und "Dr. Eisenfaust". Na? Die Nachricht ist sofort klar. Der Doktortitel steht für den Intellekt, Stahl und Eisen für die physische Beschaffenheit, der Hammer und die Faust für den Boten, der diese Beschaffenheit verbreiten wird (lassen wir mal beiseite, dass die Jungs sich zudem noch "KlitschK.O." auf den Mantel sticken, das verwässert das Ganze wieder). Vorbildlich im Sinne der Gesamtstrategie ist das Verhalten der beiden Brüder. Im öffentlichen Leben symbolisieren sie den Doktor (freundlich, vertrauenswürdig, konservativ, gebildet, helfend), das Metall kommt dann später im Kampf. Im Zweifel macht die Vorstellung eines Doktors, der seinen Gegner präzise im Ring seziert ja auch Sinn.
Aus ähnlichem Blickwinkel betrachtet wird verständlich warum Evander "The Real Deal" Holyfield als Werbeträger für einen Elektrogrill taugt, Walker "Sugar Ray Robinson" Smith ("He moves sweet like Sugar") die Karriere von Rocky "The Rock" Graciano beenden konnte und Edison "Pantera" Miranda dem "Schlumpfboxer" Arthur Abraham zweimal den Kiefer brach. Letzterer Faux-Pas wurde mittlerweile behoben, der Sportsfreund Abraham nennt sich nun "König Arthur".
Wenn man sich gar nicht um die eigene Markenidentität kümmert, wird sich diese anhand der öffentlichen Wahrnehmung selbstständig entwickeln. Und das ist nicht immer vorteilhaft, siehe Axel "Der Weiche Riese" Schulz.
Mir bleibt keine Wahl. Bevor ich als Jan "Die Presswurst", oder "The Lame Duck" in die jüngere Boxgeschichte eingehe, sollte ich Michael Buffer erst einmal aus meinen Träumen verbannen und mich auf die Suche nach meinem Identitätskern machen. Bis dahin überbrücke ich die Zeit mit intensivem Training und hoffe auf die Richtigkeit der Worte von Alan "Boom Boom" Minter: "Sure there have been injuries and deaths in boxing – but none of them serious."
Euer Jan
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Wer ist der beste Boxer? - 30. Apr 2009
Eintrag von Arndt (Benefit-Redakteur): Ich mag unseren Trainer Tim. Ein Mann der klaren Worte, einer, der nicht lang rumschnackt.
MEHREintrag von Arndt (Benefit-Redakteur): Ich mag unseren Trainer Tim. Ein Mann der klaren Worte, einer, der nicht lang rumschnackt. Einer, der mit wenigen Worten Fakten knallhart auf den Punkt bringt. So beschränkt sich die Kommunikation zwischen Tim und mir auf drei (ab und zu vier) Worte, lediglich variierend in der Anzahl der verwendeten Vokale: Er: „Rotation!“ Ich: „Geht nicht.“ Er: „Rotatiooooon“. Ich: „Keuch (das vierte Wort), geeeeht nicht!“
Bis zu unserer Box-Challenge habe ich das Wort Rotation ausschließlich mit Otmar Hitzfeld (die erfolgreiche Variante) und zuletzt Jürgen Klinsmann (als gefloppte Kopie) in Verbindung gebracht. Doch auch im Boxsport kommt der Rotation eine offensichtlich eine wichtige Rolle zu. Würde mich Tim sonst immer so anbrüllen? Mir immer wieder sagen, ich solle meinen Oberkörper mehr drehen? Mich immer wieder darauf hinweisen, dass meine Schultern mehr rotieren müssen, um mehr Bums in den Schlag zu kriegen?

Das Problem: Ich bin so beweglich wie eine Holzlatte, im Synonymwörterbuch steht hinter dem Begriff „hüftsteif“ mein Name. Und das, obwohl ich als Westdeutscher U15-Vizemeister im Hula-Hoop-Dance eine gewisse Expertise vorzuweisen habe. Ich kriege diese dynamische Körperdrehung einfach nicht hin. Ein Blick in den Duden aber rettet mich: Denn der Begriff „rotieren“ bedeutet auch „Hektik verbreiten, unter Stress stehen, kopflos werden“. Und das, lieber Tim, kriege ich super hin, wenn Du mir nur weiter mein neues Lieblingswort um die Ohren knallst.
Euer Arndt
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Wer ist der beste Boxer? - 30. Apr 2009
Eine ganz neue Bewegungserfahrung
Beitrag von Jan Reschke (Autor für Sport): Boxen. Geiler Sport. Bislang war ich ausschließlich in Mannschaftssportarten unterwegs.
MEHRBeitrag von Jan Reschke (Autor für Sport): Boxen. Geiler Sport. Bislang war ich ausschließlich in Mannschaftssportarten unterwegs. Handball, Fußball, Basketball, je nachdem, wonach mir der Sinn gerade so stand. Einzelsportarten konnte ich nie etwas abgewinnen. Nur für mich Sport treiben – das fand ich langweilig. Ich brauchte Mannschaftssport in Kombination mit Punkten, Toren, Körben. Hauptsache mit anderen Leuten und schön viel Action dabei.
Bis jetzt. Boxen hat mir weitere Gründe aufgezeigt, Sport zu treiben: Den Spaß an der Bewegung. Rhythmusgefühl entwickeln. Zusammen mit dem Partner Choreografien einstudieren. Das waren Dinge, die ich beim Tanzen erwartet hätte, aber nicht beim Boxen. Eine ganz neue Bewegungserfahrung hat sich für mich aufgetan. Auch wenn das manchmal noch sehr hölzern wirkt, wenn ich mich beim Schattenboxen im Spiegel betrachte.
Und noch etwas habe ich gelernt. Dass man sich quälen kann. Wenn man denkt, der Akku ist leer, die Arme sind kraftlos, die Puste geht aus – man wirklich nichts mehr kann, außer sich auf den Beinen halten – dann lernt man, mit seinem Kopf zu arbeiten. Sich zwingen, mehr herauszuholen, als der Körper hergibt. Mentale Kraft entwickeln.
In einer Mannschaft kann man gemeinsam kämpfen, verlieren, jubeln. Aber beim Boxen ist man allein. Sich aufgeben bedeutet eine persönliche Niederlage. Kein Kollektiv ist da, um einen aufzufangen. Man lernt zu kämpfen. Für sich zu kämpfen. Den Kampf im Kopf zu führen. Boxen. Geiler Sport.
Euer Jan





































